Chirotherapie

Chirotherapie (im Osten wurde es in Anlehnung an die Prager Schule als „Manuelle Medizin“ bezeichnet) ist ein Komplex von Maßnahmen zur Behandlung funktioneller Störungen am Bewegungsapparat, also sowohl Schmerzen als auch Bewegungsstörungen. Der Kern ist die Lösung von Blockierungen an den Wirbelgelenken durch Handgriffe  und Bewegungsübungen. Aber es gehört viel mehr dazu, insbesondere die Behandlung der Muskulatur und andere Methoden der Reflextherapie wie auch die psychische Betreuung.

Die Basis ist die eingehende und sehr sorgfältige Befragung und körperliche Untersuchung. Dabei kann jede frühere und gegenwärtige Erkrankung, jede Verletzung oder Operation eine Rolle spielen.

Dann heißt es erstmal nachdenken und ein gemeinsames Therapiekonzept entwickeln.

Allgemeiner Stufenplan:

  • Lockerung durch Abbau der Muskelspannung
  • Blockierungslösung erst in weniger hart blockierten und gespannten Bereichen,
  • dann Blockierungslösung im Kernbereich
  • Rückbau der Störungen meist von Kopf/Nacken  zur Lendenwirbelsäule und zum Becken. Das ist die umgekehrte Richtung, wie  sich die Störungen auch allmählich entwickelt haben.
  • Ggf. Behandlung von Störfeldern und anderen Einflüssen aus dem Segment.
  • Dehnung der Muskulatur zunächst beispielhaft, um die Wirkung zu zeigen, dann Selbstbehandlung oder Verordnung von Krankengymnastik zur  Dehnung nach JANDA
  • Aktivierung zu Krankengymnastik  bzw. Rückenschule
  • Überführung in Dauergymnastik, auch als Reha-Sport möglich.

Ziel der Behandlung ist die Beschwerdefreiheit und Vermeidung von Rückfällen durch aktive Bewegung. Das gelingt bei jüngeren Patienten besser als bei älteren mit bereits veränderten Gelenken, aber eine Beschwerdeminderung lässt sich meist erreichen. Natürlich gibt es auch Erkrankte, bei denen diese Methoden zu spät kommen. Dann braucht es Schmerztherapie.