Behandlung von Beschwerden ohne Befund

Jahrelange Beschwerden, mal mehr und mal weniger, aber es wird nichts gefunden, trotz Labor und  Röntgenuntersuchungen,  „Röhre“ und Spiegelung durch alle Körperöffnungen?

Es gibt funktionelle Beschwerden, ausgelöst durch Störungen im vegetativen Nervensystem, diagnostizierbar durch die genaue Befragung und Untersuchung, ggf. auch erst zu beweisen durch einen Behandlungsversuch mit Mitteln der Reflextherapie. Beim Verkettungssyndrom (s. Stichwort)  hilft Chirotherapie, bei Störfeldern hilft die Neuraltherapie, bei psychovegetativen Störungen kann man mit „Autogenem Training“ den Beschwerden beikommen. Komplexhomöopathie kann den Beschwerdeabbau unterstützen und stabilisieren.

Reflextherapie

Quaddelungen

Durch Reizung der Haut – in diesem Falle durch das Einstechen und Einspritzen einer Flüssigkeit in die oberen Hautschichten – können Verspannungen der darunterliegenden Muskulatur und damit die Schmerzen abgebaut werden. Der Effekt ist stärker als bei Massage, dabei weniger aufwendig.

Neuraltherapie

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Komplexhomöopathie

Die klassische Homöopathie erfordert eine aufwendige Bestimmung des Reaktionstyps, der Konstitution, der Erkrankung und der Erkrankungsphase, bis das jeweils geeignete Mittel ausgewählt werden kann. Die Komplexhomöopathie mischt die bei bestimmten Störungen möglicherweise geeigneten Mittel und lässt quasi den Organismus selbst entscheiden, was aus dem Angebot zur Reaktion geeignet ist. Die anderen nicht zutreffenden Bestandteile werden „ignoriert“, sie schaden aber nicht. Dadurch kann man Kombinationen zusammenstellen, die für die meisten Menschen die notwendigen Mittel enthalten und damit für eine bestimmte Störung des Körpers allgemein geeignet sind („Indikation“).

 

Mit homöopathischen Mitteln wird der Körper zu einer eigenen Heilreaktion angeregt, es wird nichts gehemmt oder unterdrückt. Dadurch mag es zu einer Verzögerung der Wirkung im Vergleich zu chemischen Mitteln kommen, aber die Selbstregulation wird gestärkt.

 

Anleitung zur Selbstbehandlung von Gesundheitsstörungen mit Komplexhomöopathie finden Sie in dem Büchlein: „Gesundheit erhalten, Krankheit verstehen“ (Diethard Sturm: Gesundheit erhalten, Krankheit verstehen 2008 by Aesopus-Verlag e. K.)

Autogenes Training

Autogenes Training ist eine Methode zur Selbstbehandlung nach entsprechender Anleitung und Übung zum Abbau von Spannung und Unruhe. Bei vielen funktionellen Störungen spielt die Übererregbarkeit bzw. die Unfähigkeit zur Entspannung eine Rolle. Nervosiät, Gereiztheit oder Schlafstörungen, Muskelverspannungen und Kopfschmerzen, Magen- und Darmstörungen und Bluthochdruck sollen hier als einige Beispiele stehen. Aber es gibt kein Organsystem, welches nicht betroffen wäre. Nichts Neues, denn schon viele Redewendungen weisen auf dieses alte Volkswissen hin: manches macht Kopfzerbrechen, geht zu Herzen, nimmt die Luft, schlägt auf den Magen, geht an die Nieren. Oder fanden Sie es nicht manchmal „zum Kotzen“?

 

Grundlagen

Unsere nervösen Reaktionen sind unbewusste biologisch fixierte Vorgänge, wie sie bei höheren Lebewesen notwendig und bewährt sind. Nur haben wir uns von deren Lebensweise weit entfernt, so dass dieselben Reaktionen jetzt nicht mehr immer zweckmäßig sind und stören.

 

Wenn ein Tier aufgeregt wird, muss es kämpfen oder fliehen. Dazu müssen alle Kräfte mobilisiert werden, sonst geht es unter. Also werden alle Körperfunktionen auf „Kampf“ eingestellt: das Herz klopft schneller, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an, nervliche Anspannung und Aufmerksamkeit erhöhen die Wachsamkeit. Schwitzen, kalte Hände und Füße zeigen die Umstellung des Kreislaufs. All diese Erscheinungen gehen auf die Regulierung des „Sympathikus“, des Antreibers im unbewussten Nervensystem zurück. Kennen Sie? Ja, die typischen Veränderungen bei Aufregungen. Alles geht ein bisschen schneller, alles ist gespannt. Beim Tier folgt nun die körperliche Höchstleistung, danach wird Entwarnung signalisiert, der Beruhiger „Vagus“ übernimmt die Vorherrschaft, alles kommt zur Ruhe.

 

Anders im menschlichen Alltag: Wir können uns weder schlagen noch fliehen, wenn wir aufgeregt werden. Und unsere Gedanken halten außerdem die Spannung weiter aufrecht, auch wenn der Anlass schon vorbei ist. Beides bewirkt, dass sich die Kampfreaktionen nicht so schnell oder gar nicht zurückbilden. Es bleibt die Unruhe, die Spannung mit allen Reaktionen an den Organen. Und dann wird daraus die ständige Nervosität und Unruhe, die Verspannung, der Bluthochdruck und viele andere Störungen.

 

Eine andere Quelle ist unser Fehlverhalten, vom Organismus gleichzeitig gegensätzliche Regulierung zu verlangen. Essen verlangt „Vagus“, bei Streit und Fernsehen wird aber „Sympathikus“ angesprochen. Krimi oder Horror vor dem Schlafengehen – was soll der Körper eigentlich tun?

 

Abhilfe

Als erstes wäre Ordnung ins Leben zu bringen, etabliert als Ordnungstherapie. Das heißt Regelmäßigkeit von Arbeit, Ruhen, Bewegung und Essen. Geht nicht? Nun, es geht immer ein bisschen mehr als gegenwärtig. Man kann irgendwo anfangen, z. B. Ruhe beim Essen, und pünktlich ins Bett. Mancher Stress ist hausgemacht, weil man sich selbst zu viel vornimmt und dann unter Druck gerät. Irgendwo anfangen.

 

Als zweites nutzen wir, dass körperliches Abreagieren der Unruhe die natürliche Antwort auf die Erregung und Anspannung ist. Ob strukturierter Sport, ob ein Arbeitsweg aus eigner Muskelkraft, also Laufen oder Radfahren, ob körperliche Arbeit in Haus und Garten, richtet sich nach den persönlichen Bedingungen. Mit Erich Kästner gesagt: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

 

Eine spezielle Methode ist das „Autogene Training“. Mit einer Konzentrationsübung werden die natürlichen Mechanismen der Entspannung geübt und Reflexe herausgebildet, die den Sympatikus-Einfluss mindern und den Vagus fördern. Durch die Phantasie der erwünschten Reaktionen, gestützt durch gedankliche Formeln und die Beobachtung der tatsächlich eintretenden Veränderungen wird Schritt für Schritt ein Programm aufgebaut. Am Schluss sind es etwa 6 - 10 Formeln, die in weniger als 5 Minuten geübt werden. Neben der sofort spürbaren Entspannung reagiert der Körper nach einigen Wochen oder Monaten mit einer besseren Bewältigung von Stressbelastungen. Es regt nicht mehr alles so auf. Diese veränderte Reaktionsweise macht schließlich das Üben selbst überflüssig – man nützt es nur noch als besonderen Genuss. Anfangs schleichen sich gern Fehler auf, es ist schließlich schwer, aus seiner Haut zu schlüpfen. Deshalb ist ein Selbststudium kaum möglich, man braucht einen Trainer. 6 – 8 Sitzungen können ausreichen.

 

Eine Hilfe ab heute kann schon die Selbsterfüllung des folgenden Stoßgebets sein »